Japhet - der verlorene Sohn
Japhet wuchs behütet auf, immer im Schatten des fürsorglichen Vaters und des ehrgeizigen Bruders. Er wurde zum Gelehrten ausgebildet
und hatte wenig mit Feldarbeit und Viehzucht zu tun. Er denkt über viele Dinge nach, die andere einfach tun, ohne sie zu hinterfragen.
Er bringt es nicht fertig, die Lebensweise und den Glauben seines Vaters bloß nachzuahmen, er möchte es für sich selbst entdecken.
Er hat deshalb das Gefühl, am falschen Platz zu sein, den scheinbaren Ansprüchen seines Vaters nicht zu genügen und die Liebe nicht zu verdienen,
besonders im Vergleich zu seinem gehorsamen Bruder. Er liebt Semja, die Ziehtochter seines Vaters. Ihre Reinheit und ihr kindlicher Glaube
verstärken noch sein Gefühl, falsch zu ticken. Dieser Konflikt wird untragbar und treibt ihn aus dem Haus, um herauszufinden, wer er ist und
was er will. In der Fremde verprasst er sein gesamtes Vermögen mit Frauen und dem süßen Leben. Als eine Hungersnot ausbricht, ist er pleite und
endet halb verhungert als Schweinehirt. Ihm wird bewusst, dass seine Suche ihn auf den falschen Weg geführt hat und wünscht sich nur noch eines:
Nach Hause zu seinem Vater zurück zu kehren und sei es nur als Tagelöhner.
("Einen Schritt voraus" / "Ich liebe ihr Gesicht" / "Cover me" / "Ich sehe keinen Ausweg" / "Jesus ist die Antwort")
Aram - Vater
Aram ist ein gottesfürchtiger, warmherziger Mann. Er hat ein großes Vermögen angehäuft, das er dazu nutzt, vielen Menschen Arbeit
und Unterkunft zu bieten. Noch wichtiger ist ihm die Liebe zu seinen Söhnen. Als Japhet ihn verlässt, leidet er unendlich. Er lässt ihn
ziehen, da er versteht, dass Japhet diese Freiheit der Entscheidung braucht und aus freien Stücken zurück finden muss. Er wagt es nicht
einmal, ihm jemanden nachzuschicken und ihn zu überwachen, da er seine Entscheidung ganz und gar respektiert. Als Japhet zurückkehrt,
fragt er ihn nicht, warum er sein Vermögen verloren hat, womit und mit wem er seine Zeit verbracht hat. Er macht ihm keinerlei Vorwürfe,
sondern schließt ihn überwältigt von Freude und Erleichterung in die Arme und erhebt ihn sofort wieder in den Stand des geliebten Sohnes.
("Die Jahre geh'n dahin" / "Vaterherz")
Joram - der ältere Sohn
Joram ist sehr ehrgeizig. Er arbeitet hart, jedoch nicht, weil er seinen Vater liebt und ihm Freude bereiten will, sondern weil er denkt,
er kann und muss sich sein Erbe und die Anerkennung verdienen. Er begreift nicht, dass ihm alles zur Verfügung steht, was der Vater besitzt,
weil dieser ihn liebt. Seinen Glauben lebt er nach den gleichen Grundsätzen. Er hält Gebote und Feiertage gewissenhaft ein. Er weiß nicht,
dass man sich Liebe und Gnade nicht verdienen kann, sondern gewährt bekommt. Der aktive Teil und der Preis dafür liegt beim Geber. Als Japhet
zurückkehrt und freudig empfangen wird, packt ihn die Wut, weil er nach seinen Maßstäben keine Vergebung verdient hätte.
("Einen Schritt voraus" / "Der bessere Sohn")
Semja - Arams Ziehtochter
Semja wurde als Waisenkind von Aram aufgenommen. Sie hatte von klein auf einen unerschütterlichen Glauben. Sie hält die Gebote ein,
weil sie sich geliebt fühlt und dankbar ist. Diese Haltung hat sie auch Aram gegenüber. Sie besteht nicht darauf, mit Arams Söhnen auf
eine Stufe gestellt zu werden, sondern arbeitet mit den Tagelöhnern. Sie liebt Japhet, fühlt sich ihm aber nicht ebenbürtig. Sie ist sehr
bescheiden und fügt sich nicht nur einfach in das scheinbar Unvermeidliche, sondern ist sehr zufrieden mit ihrem Leben.
("Manchmal" / "Ich sehe keinen Ausweg" / "Vater Unser" / "Jesus ist die Antwort")